Raffael S. Gübeli Rechtsanwaltsbüro

Raffael S. Gübeli Rechtsanwalt & Notar

Gesellschaftsrecht


Unternehmen benötigen ein professionelles Auftreten und eine sorgfältig strukturierte Organisation. Die Rahmenbedingungen dazu setzt unser Gesellschaftsrecht. Das Gesetz stellt die Modelle – Einzelfirma, Kollektivgesellschaft, Kommanditgesellschaft, Aktiengesellschaft, GmbH sowie die Genossenschaft – zur Verfügung.  Dabei stellen sich Fragen wie "Wer soll berechtigt sein, die Gesellschaft zu vertreten? Wie verhält es sich mit den Stimmrechten, wie mit der Haftung bei unerlaubter Handlung eines Mitgesellschafters? Wer haftet für die Verbindlichkeiten und wie sind die Gewinne aufzuteilen?" Ich unterstütze Sie bei der Wahl, Ausgestaltung,  Individualisierung und Gründung der geeigneten Gesellschaftsform. Für Fragen rund um diese Fragestellungen, verweise ich Sie gerne zum Kontaktformular.

Personengesellschaften


Wann gilt eine Kollaboration als Gesellschaft?


Gibt es Vorteile gegenüber den Kapitalgesellschaften?


Welche Risiken sind zu beachten, bei der Gründung einer Personengesellschaft?




Im Gesellschaftsrecht gilt ein sog. nummerus clausus: Es gibt nur die im Gesetz genannten Gesellschaftsarten. Zu den Personengesellschaften zählen dabei diejenigen, die gemeinschaftlich durch natürliche Personen (Gesellschafter) geführt werden, ohne dass eine eigenständige Rechtspersönlichkeit bzw. juristische Person entsteht. Das Schweizer Recht kennt die einfache Gesellschaft, die Kollektivgesellschaft und die Kommanditgesellschaft. Bei der Einfachen Gesellschaft handelt es sich um eine vertragsmäßige Bindung von zwei oder mehreren Personen für das Erreichen von einem gemeinsamen Ziel und Zweck. Sie hat keine Rechtspersönlichkeit und unterscheidet sich vor allem von Handelsgesellschaften dadurch, dass es sich hier um kein kaufmännisches Unternehmen handelt und auch nicht unter eigenem Unternehmensnamen auftritt. Die einfache Gesellschaft eignet sich deshalb insbesondere für einmalige Geschäfte. Die Kollektivgesellschaft handelt es sich um eine Partnerschaft zum Betrieb eines kaufmännisch geführten Gewerbes. Gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft haften die Partner mit ihrem persönlichen Vermögen, wobei die Haftung zweistufig ist. Wenn nicht genügend Gesellschaftskapital vorhanden ist, haften beide Partner persönlich, subsidiär, uneingeschränkt und solidarisch. Der wesentlichste Unterschied zur Kommanditgesellschaft liegt in der Tatsache, dass mindestens einer der Gesellschafter (Kommanditär) nur im Umfang einer zuvor definierten Summe haftet (Kommanditsumme), während die andere Gattung Gesellschafter (Komplementäre) mit ihrem gesamten persönlichen Vermögen für die Verbindlichkeiten der Unternehmung haften.

Wie es die Bezeichnung suggeriert steht bei den Personengesellschaften die Person der Gesellschafter im Vordergrund. Entscheidungen müssen im Grundsatz gemeinsam getroffen werden, wohingegen von Aussen kaum Einfluss genommen werden kann.



Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)


Was definiert die GmbH?


Was sind die Unterschiede zur Aktiengesellschaft?


Was sind Vorteile und Nachteile?



Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit und niedrigem Startkapital (Fr. 20'000.–), die besonders für KMU und Familienunternehmen geeignet ist. Es handelt sich um eine Mischform aus Aktien- und Kollektivgesellschaft. Ein Verwaltungsrat existiert nicht bzw. wird durch die Gesellschafter gestellt. Die Organe bestehen folglich aus der Revisionsstelle (sofern nicht darauf verzichtet werden kann) und der Gesellschafterversammlung. Das Verhältnis unter den Gesellschaftern ist partnerschaftlich: sie führen gemeinsam die Gesellschaft währendem es im Grunde keine Anteilseigner gibt, die nicht im operativen Geschäft der Unternehmung mitwirken. Im Unterschied zur Aktiengesellschaft können die Statuten für Sanierungsfälle eine Nachschuss- und Nachleistungspflicht vorsehen. Ansonsten haften die Stammanteileigner lediglich mit dem Stammkapital. Die GmbH ist insbesondere empfehlenswert für kaufmännische Gewerbe, die durch eine kleinere Anzahl an Gesellschaftern besessen und geführt werden. Sie entsteht durch den Eintrag im Handelsregister, nachdem eine öffentlich beurkundete Gründungsversammlung durchgeführt und die Statuten beglaubigt wurden.

Für eine umfassende Beratung betreffend alle gesellschaftsrelevanten Fragen können Sie mich jederzeit kontaktieren.

Aktiengesellschaft (AG)


Was sind die Gründungsvoraussetzungen?


Was definiert die AG?


Was sind die Vorteile und Nachteile gegenüber der GmbH?






Die Aktiengesellschaft ist neben der Einzelfirma die häufigste Rechtsform in der Schweiz. Für die Verbindlichkeiten der AG haftet nur das Gesellschaftsvermögen, das aus mindestens Fr. 100'000.– besteht. Es muss zu mindestens 20% einbezahlt (liberiert) werden, wobei die erforderliche Mindestsumme bei CHF 50'000 liegt. Das Kapital muss nicht zwingend in bar einbezahlt werden. Es kann auch in Form von Sacheinlagen (z.B. Immobilien, Maschinen usw.) eingebracht werden. Die Gesellschaft wird durch den Verwaltungsrat geführt, der auf für die Geschäftsleitung zuständig ist. Mit einem entsprechenden Statuteneintrag und einem Organisationsreglement, kann die Geschäftsführungsbefugnis an eine Drittperson delegiert werden, der nicht Teil des Verwaltungsrates ist. Die Aktionäre bzw. die Generalversammlung sind im Grunde lediglich Kapitalgeber und haben keine weiteren Funktionen in der Gesellschaft. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, Aktionäre als Verwaltungsräte oder Geschäftsführer einzusetzen. Das letzte Organ der Akteingesellschaft ist die Revisionsstelle. Auf diese kann jedoch i.d.R. verzichtet werden, wenn die Bilanzsumme unter Fr. 20 Millionen der Umsatzerlös unter Fr. 40 Millionen und die Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt unter 250 liegen. Die Aktiengesellschaft ist geeignet, wenn möglichst rasch und einfach neue Eigenkapitalgeber am Unternehmen beteiligt werden sollen, die jedoch nicht im operativen Geschäft mitwirken. Ferner gilt es zu beachten, dass die Aktionäre durch die Statuten nicht zu Leistungen verpflichtet werden können wie z.B. Nachschusspflichten. Die einzige Pflicht des Aktionärs muss die Liberierung der Aktie bleiben. Will man unter den Aktionären eine Art Solidarität schaffen, so müssen sich die Aktionäre dazu in einem sog. Aktonärbindungsvertrag (ABV) einigen. Verstösst jedoch ein Aktionär gegen den ABV, so hat dies keinen Einfluss auf das Abstimmungsergebnis sondern führt lediglich zu einer allfälligen Schadenersatzforderung infolge Vertragsverletzung. Die AG entsteht wie die GmbH mittels Eintrags im Handelsregister und einer öffentlich beurkundeten Gründungsversammlung. Bei Fragen oder Terminen für die Gründung einer Gesellschaft stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.